• Weiter-Entwicklung

    landschaftliche Riichtum

    Hörbeitrag Weiterentwicklung

    Unter dem Begriff traditionelle Kulturlandschaft hast Du eine Reihe von Landnutzungsformen kennengelernt, wie sie unsere Vorfahren pflegten. Die Nutzungen haben sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt, je nach Wissensstand, technologischen Fortschritten und menschlichen Bedürfnissen. Traditionelle Kultur meint deshalb ein wandlungsfähiger Umgang in Respekt zum erhaltenen Erbe an Landschaft.

    Biodiversität als Erbe im Mittelland [1]
    Im Gegensatz zum alpinen Raum der Schweiz besitzt das Mittelland schon seit sehr langer Zeit keine ungestörten Naturlandschaften mehr. Trotzdem finden wir hier zu Beginn der Neuzeit eine sehr grosse Artenvielfalt. Diese war vermutlich sogar grösser als in der entsprechenden Naturlandschaft. Die Entwicklung der menschlichen Besiedelung und Bewirtschaftung hatte also einen positiven Einfluss auf die natürliche Vielfalt, indem sie viele verschiedene Lebensräume für Flora und Fauna schuf.

    Landschaft unter Druck [2] [3]
    In den letzten Hundert Jahren hat sich diese Entwicklung allerdings umgekehrt und die Artenvielfalt wurde rückläufig. Der Druck auf die Landschaft ist massiv gestiegen und die Umwandlung vieler Lanschaftsteile läuft mit einer Geschwindigkeit und Vehemenz ab, dass Flora und Fauna (und auch viele Menschen) nicht mehr folgen können.

    Wohlstand des Menschen
    Zweifellos hat der Wohlstand der Bewohner in diesem Zeitraum sehr stark zugenommen und wir können uns die Härte früherer Lebensumstände nicht einmal mehr vorstellen, wie das Beispiel vom „Wägchnächt Meier“ aufzeigte. Es stellt sich nun die Frage, ob überhaupt noch mehr Wohlstand auf Kosten unserer Landschaft erreichbar ist. Wegknecht Meier hat uns wohl nicht viel Reichtum, jedoch eine reiche landschaftliche Vielfalt hinterlassen.

    Gehört ein intakter Lebensraum zur Wohlfahrt?
    Diese Frage ist absolut dringend, da sich unsere über Jahrtausende entwickelte traditionelle Kulturlandschaft inklusive Flora und Fauna nach der Zerstörung nicht beliebig wiederherstellen lässt und bereits zu grossen Teilen stark geschädigt ist. Der Zusammenhang zwischen Landschaft und Wohlfahrt ist für jeden von uns anders. Trotzdem müssen wir uns gemeinsam für eine lebenswerte Umgebung einsetzten, um das landschaftliche Erbe vor rein wirtschaftlichen Einzelinteressen zu schützen.



    Literatur und Quellen

    [1]Klaus; G., Schmill, J., Schmid, B., Edwards, P.J.: Biologische Vielfalt – Perspektiven für das neue Jahrhundert. Birkhäuser, Basel, Boston, Berlin, 2000.

    [2]Wildermuth, H.: Änderungen in der Tierwelt im Kanton Zürich. – Publiziert in: Mensch und Natur, Festschrift zur 250-Jahr-Feier der Naturforschenden Gesellschaft Zürich 1746-1996. KOPRINT AG, Alpnach Dorf, 1996, S.204 ff.

    [3]Landolt, E.: Änderungen in der Pflanzenwelt von Zürich und Umgebung. – Publiziert in: Mensch und Natur, Festschrift zur 250-Jahr-Feier der Naturforschenden Gesellschaft Zürich 1746-1996. KOPRINT AG, Alpnach Dorf, 1996, S.190 ff.

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